Pressemitteilung zum
Abschluss der 35. Landeskonferenz der NaturFreunde Hessen in Egelsbach

NaturFreunde Hessen fordern Stopp der Rodungen im Langener Bannwald

Blick in das Bürgerhaus Egelsbach während der Konferenz

Am Wochenende 18./19. Mai 2019 trafen sich über 100 Delegierte aus NaturFreunde Orts- und Fachgruppen sowie Bezirksvertreter aus ganz Hessen zu ihrer 35. Landeskonferenz in Egelsbach.

Neben Fragen zur Weiterentwicklung des Verbandes befassten sich die NaturFreunde als zivilgesellschaftlich aktiver Verband auf der Konferenz mit einem umfangreichen Antragspaket.

In einem auf die Region bezogenen Beschluss fordert die Landeskonferenz den Stopp der zu Gunsten einer weiteren Auskiesung vorgesehenen Rodungen im Langener Bannwald, zumindest bis zur endgültigen juristischen Entscheidung im laufenden Gerichtsverfahren vor dem Verwaltungsgerichtshof in Kassel. Ergänzend fordern die NaturFreunde Hessen eine Umweltverträglichkeitsprüfung durch unabhängige Gutachter.

In weiteren Beschlüssen rufen die NaturFreunde zur aktiven Teilnahme an den Wahlen zum europäischen Parlament am kommenden Sonntag auf. Für ein soziales und demokratisches Europa – Europa gegen die Nationalisten stärken, ist die zentrale Losung. Die Mitglieder und Gliederungen des Verbandes werden zudem aufgefordert, sich verstärkt in Bündnissen gegen Rechts zu engagieren.

In weiteren Beschlüssen fordern die NaturFreunde das Verbot des Pflanzenschutzmittels Glyphosat und einen früheren Ausstieg aus der Steinkohle als von der Kohlekommission vorgeschlagenen.

Bezüglich des Flugverkehrs bestätigten sie ihre Forderungen nach einem Stopp weiterer Ausbauplanungen am Frankfurter Flughafen, die Deckelung der Flugbewegungungauf 380 Tsd Flüge p.a., ein absolutes Nachtflugverbot zwischen 6 und 22 Uhr wie auch das Verbot von Kurzstreckenflügen unter 800 km sowie die Streichung der Steuerprivilegien für die Flugverkehrswirtschaft.

Als Landesvorsitzender wiedergewählt wurde Jürgen Lamprecht (Frankfurt).

Weitere Mitglieder im Landesvorstand:
Arno Enzmann (Wiesbaden), Marianne Friemelt (Frankfurt), Manfred Geiss (Mörfelden), Werner Battenhausen (Bad Vilbel), Simon Umbach (Frankfurt) und Dr. Manfred Wittmeier (Frankfurt)

Egelsbach, 19. Mai 2019

Jürgen Lamprecht
Landesvorsitzender
NaturFreunde Hessen

* Demonstrationen in über 50 Städten Europas

* Allein in Deutschland stellen sich 150.000 Menschen gegen
Nationalismus und fordern eine veränderte EU

+ 20.000 in Berlin + Frankfurt am Main 16.000 + Hamburg 15.000 + Köln
45.000 + Leipzig 10.000 + Stuttgart 12.000 + München 20.000

+ Klares Signal vor der Europawahl auch in über 50 europäischen Städten
in Polen, Rumänien, Ungarn, Schweden, Österreich, Spanien, Italien,
Frankreich, Niederlanden, Dänemark, Großbritannien, Bulgarien und der
Schweiz

16 000 Demonstranten in Frankfurt am Main

Mehr als 150.000 Menschen haben heute in Deutschland unter dem Motto
„Ein Europa für Alle – Deine Stimme gegen Nationalismus!“ für eine EU
der Menschenrechte, Demokratie, sozialen Gerechtigkeit und des
ökologischen Wandels demonstriert. Eine Woche vor der Europawahl warben
die Demonstrierenden in sieben deutschen und mehr als 40 weiteren
europäischen Städten für eine hohe Wahlbeteiligung demokratisch
gesinnter Bürgerinnen und Bürger.

In Berlin demonstrierten 20.000 Menschen, in Frankfurt am Main waren es
16.000, in Hamburg 15.000, in Köln 45.000, in Leipzig 10.000, in
Stuttgart 12.000 und in München 20.000. Die Erwartungen der
Organisatoren wurden damit erfüllt. Die glänzenden Demos von DIE VIELEN
reihten sich ebenso mit Tausenden Menschen ein wie Demonstrationen in
Freiburg, Görlitz oder Nürnberg. Europaweit gingen in Polen, Rumänien,
Ungarn, Schweden, Österreich, Spanien, Italien, Frankreich,
Niederlanden, Dänemark, Großbritannien, Bulgarien und die Schweiz für
ihre Vision eines anderen Europas auf die Straße. Die Zahlen der anderen
europäischen Städte liegen erst zu einem späteren Zeitpunkt vor.

„Heute haben mehr als 150.000 noch einmal bekräftigt: In Zeiten
nationaler Alleingänge ist es wichtiger denn je, dass wir uns als
solidarische Gesellschaft für ein Europa einsetzen. Ein Europa, das
Demokratie und Rechtsstaatlichkeit über Grenzen hinweg verwirklicht und
sich über Nationalismus und Abschottung hinwegsetzt. Gemeinsam sagen
wir: Die EU muss sich ändern, wenn sie eine Zukunft haben will. Wir
streiten gemeinsam für unsere Vision eines anderen Europas,” hieß es aus
dem Bündnis.

Mit Demonstrationen und begleitender Kampagnen-Arbeit macht sich das
Bündnis dafür stark, dass Bürgerinnen und Bürger am 26. Mai zur Wahl
gehen und mit ihrer Stimme Europa eine Zukunft geben: “Wir appellieren
an alle Bürgerinnen und Bürger Europas: Geht wählen und tretet ein für
ein demokratisches, friedliches und solidarisches Europa und gegen
Nationalismus und Rassismus.”

Zu den sieben Demonstrationen in Deutschland aufgerufen hatte ein
zivilgesellschaftliches Bündnis aus mehr als 400 Aktions-Netzwerken,
Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen, Wohlfahrts- und
Sozialverbänden, Globalisierungskritikern, Jugendverbänden,
Gewerkschaften, kirchlichen und entwicklungspolitischen Organisationen
sowie Organisationen für Bürgerrechte, Kultur und nachhaltige
Landwirtschaft auf bundesweiter sowie auf regionaler Ebene.
Zum Trägerkreis gehören Attac Deutschland, Campact, Der Paritätische
Gesamtverband, Mehr Demokratie, NaturFreunde Deutschlands,
Naturfreundejugend Deutschlands, Pro Asyl, Seebrücke.

Weitere Informationen unter: www.ein-europa-fuer-alle.de

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„Ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet“

Von Arno Widmann aus Frankfurter Rundschau 13.04.2019

Jean Ziegler bekämpft seit mehr als einem halben Jahrhundert die bestehenden Verhältnisse. Er wird die Hoffnung niemals aufgeben.

Herr Ziegler, Ihr erstes Buch – „Die Soziologie des neuen Afrika“ – erschien 1964. Seitdem kämpfen Sie gegen den Status quo. Ist nicht alles noch schlechter geworden?
Das kann man so nicht sagen. Die Kolonialherren mussten abziehen. Stattdessen wurde ein neokoloniales Ausbeutungssystem errichtet. In Afrika leben heute eine Milliarde Menschen in 54 Staaten. 37 davon sind reine Agrarstaaten. Vergangenes Jahr importierte Afrika für 24 Milliarden Dollar Nahrungsmittel. Nach UN-Ermittlungen sind 35,2 Prozent der afrikanischen Bevölkerung schwer unterernährt.

Woran liegt das?
Die Weltkonzerndiktatur, die Oligarchien des internationalen Finanzkapitals plündern überall die Rohstoffe und die Nahrungsmittel. 52,8 Prozent des Weltbruttosozialprodukts werden von 500 Konzernen erwirtschaftet. So etwas gab es noch nie. 2017 besaßen die 85 reichsten Milliardäre der Welt so viel wie die ärmere Hälfte der Menschheit. Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter zehn Jahren. Dabei könnte die Landwirtschaft, so wie sie heute ist, problemlos 12 Milliarden Menschen ernähren. Ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet. Wir leben in einer kannibalischen Weltordnung.

Das sagen Sie seit fünfzig Jahren.
Das zeugt nicht von großer Effizienz, könnte man sagen. Aber wir könnten uns doch nicht mehr im Spiegel ansehen, wenn wir kampflos aufgeben würden. Entweder ich helfe denen, denen Leib und Leben genommen wird, dann hat mein Leben einen Sinn. Tue ich das nicht, ist mein Leben sinnlos. Read More

Plakat Fahrraddemo Ostermarsch 2019

Fahrtroute Ostermarsch 2019

Ostermarschaufruf 2019

Die Demonstration „Hände weg vom Bannwald“ vom 16. März war für die Veranstalter vom Aktionsbündnis Langener Bannwald ein voller Erfolg. Über 300 Bürger folgten dem Demonstrationsaufruf und auch das Presseecho fiel breit aus. Dass dem Thema Waldschutz langsam die gebührende Aufmerksamkeit zuteilwird, zeigt sich auch anhand der erstmaligen öffentlichen Reaktion des Magistrats Langen und des Regierungspräsidiums Darmstadt auf die Arbeit des Aktionsbündnisses, die in Form einer gemeinsamen Pressemitteilung erfolgte.

Bannwalddemo März 2019

In dieser werfen sie gekonnt mit intransparenten, für die Bürger*innen nicht nachvollziehbaren Zahlen um sich, um die Praxis der fortwährenden Ausbeutung der Natur zu rechtfertigen. Der einzige erhellende Aspekt der genannten Zahlen ist das Wissen darum, wie viel die Gesundheit der umliegenden Bevölkerung und die Intaktheit des Ökosystems Wald der Stadt Langen Wert ist: Jährlich 800 000 €.
Vom Verlust von 100 Arbeitsplätzen ist die Rede. Wir sagen: Ein Unternehmen, dass knappe Ressourcen fördert und vertreibt ist selbst dafür verantwortlich den langfristigen Fortbestand des Unternehmens und damit den Erhalt der Arbeitsplätze auf andere Weise zu sichern als dadurch, sich auf die Zusicherung immer neuer Ausbeutungsflächen zu verlassen. Wie viele Arbeitsplätze sind zudem in der Forstwirtschaft und ähnlichen Bereichen durch den Verlust von Wald in ganz Hessen bedroht oder bereits weggefallen? Wie viele Arbeitsplätze entstehen, wenn der sozialökologische Gesellschaftsumbau mal konsequent angegangen wird?
Wer im Angesicht der prognostizierten und bereits spürbaren globalen Klima- und Umweltkatastrophen ständig weiter versucht die Zukunft des Planeten gegen Geld und Arbeitsplätze aufzuwiegen und den Raubbau an der Natur arrogant als dem Gemeinwohl dienlich verklärt, hat wohl schon länger nicht mehr den Blick über den Tellerrand geworfen.
Die Schaffung sogenannter Biotope und Aufforstungsbemühungen an verschiedenen Orten rund um das Rhein-Main-Gebiet als Ausgleich zum Bannwaldverlust vor Ort hinzustellen ist Greenwashing! Hier entstehen keine zusammenhängenden Ökosysteme, die dem wegfallenden Wald gleichwertig sind. Wälder in und um unsere Ballungsräume sind nicht durch gestückelte Aufforstungen in der Peripherie zu ersetzen.
Wenn die Firma Sehring ihren Renaturierungs- und Rekultivierungsverpflichtungen jedoch in so vorbildlichem Maße nachkommt, sollte es kein Problem sein, dies durch einen unabhängigen Gutachter – ausgewählt in Kooperation von Stadt, RP und dem Aktionsbündnis Langener Bannwald – bestätigen zu lassen.
Frau Lindscheid malt unserem Empfinden nach ein seltsames Bild ihres Kompetenzbereiches, wenn sie sich in der Bannwaldproblematik einfach mit Verweis auf ihren Vorgänger aus der Verantwortung zieht. Eine Demokratie lebt schließlich davon Entscheidungen anpassen und revidieren zu können. Für die Zukunft wirft dies jedoch einige Fragen auf: Werden künftige Rodungen weiterhin im Sofortvollzug genehmigt werden und inwiefern wird in diesem Zusammenhang das laufende Klageverfahren des BUND gegen den Hauptbetriebsplan der Südosterweiterung der SehringKiesgrube berücksichtigt? Wie wird mit der geplanten Rodung des Dietzenbacher Waldes zur Kies- und Sandförderung verfahren?
Dass sich die Natur nicht an Pläne und Vorschriften hält ist unter den Mitstreiter*innen im Aktionsbündnis durchaus bekannt, weshalb wir uns für ein strengeres Waldgesetz und eine Reform des Bergrechtes stark machen.
Wir möchten betonen, dass wir gerne bereit sind Gesprächstermine mit dem Magistrat und dem Regierungspräsidium zu vereinbaren, um uns über unsere Ansichten und Ideen auszutauschen.
Zuletzt möchten wir die Gelegenheit nutzen unsere Solidarität mit den Umweltschutzorganisationen in Dietzenbach auszudrücken, die sich gegen die Rodung und Auskiesung ihres Waldes engagieren. Das gleiche gilt für alle Umweltorganisationen und Aktivisten die sich für den Erhalt der hessischen Wälder beispielsweise in Kelsterbach, in Darmstadt, in Wiesbaden, in Mörfelden-Walldorf stark machen.
Zudem möchten wir uns zu 100% solidarisch hinter die Protestbewegung Fridays for Future stellen, die zahlreich, unermüdlich und unbeirrbar für unser aller Zukunft kämpft und in der Schüler*innen mehr Weitsicht und größere Bereitschaft zu Veränderungen beweisen als die meisten Entscheidungsträger.

Der Sprecherkreis des Aktionsbündnis Langener Bannwald
Matthias Rohrbach, Jaqueline Herth, Luis Martini


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